Familien/ Pflegeberatung (nicht-rechtlich)
Liebe Münchner,
mit der geplanten Reform in der Pflege, scheint es bald noch schwieriger zu werden unsere Angehörigen gut versorgt zu wissen.
Ganz ehrlich; es ist jetzt schon jeden Tag ein Kampf um Hilfsmittel, um Einteilung in einen Pflegegrad, um Unterstützung, bei der Beantragung. Verstehen kann das keiner mehr und was sich da jetzt ausgedacht wurde, geht zu Lasten der Erkrankten und auch der pflegenden Angehörigen.
Man kämpft um Arztbriefe, um Diagnosestellung. Wird von einem zum anderen geschickt, Ärzte haben kaum noch Zeit den Patienten wahrzunehmen. Facharzttermine sind mit langer Wartezeit verbunden.
Schon jetzt werden erkrankte Personen, so wie ich es im Alltag erlebe, viel zu niedrig eingestuft und wenn der Großvater ohne Unterstützung den MDK Termin hat, geht es schon mit einer viel zu geringen Punktzahl trotz mehrerer gesundheitlichen Probleme einher (also meine pers. Erfahrungswerte)
Hat man nun ein erkranktes Familienmitglied noch ohne Pflegegrad aber jetzt schon mit erhöhtem Pflegebedarf seitens der Angehörigen, und braucht Unterstützung vom Pflegedienst (meist erst mit PG 2 möglich) oder anderen Einrichtungen, geht es los:
* die erkrankte Person will nicht zum Arzt (kennen wohl viele von Euch), die Einsichtsfähigkeit in die Erkrankung ist entweder nicht so ideal oder es geht körperlich nicht.
* Trotzdem muss man zum Arzt, weil es Diagnosen braucht um einen Pflegegrad zu beantragen.
* Nach dem Hausarzt braucht man meist noch einen Facharzt, wieder ein Arztbesuch mehr. Dort meistens 1- 2 Folgetermine.
* In der Zwischenzeit haben sich andere Dinge weiter verschlechtert und ein halbes Jahr ist rum.
* Eh man halbwegs alles zusammen hat, weil der MDK nun mal nur neue Arztbriefe gelten lässt und viele schon länger nicht mehr beim Arzt waren, kann also bis zu einem Jahr ins Land gehen..
Mache ich auch gerade persönlich in meinem Fam. Umfeld mit, aber so geht es ja vielen von uns. Wir pflegenden Angehörigen haben zusätzlich noch Arbeit (manche schon 2 Stellen, weil`s nicht reicht), Familie und wissen nicht wo wir anfangen sollen. Es fehlt auch einfach mal die Kraft.
Wie das jetzt zukünftig werden soll: für alle Betroffenen unklar. Wir haben für die Betroffenen ME/CFS auf der Straße die Liegenddemo gemacht, das war sehr wichtig. Aber es gibt noch so unzählig Viel mehr die in der Öffentlichkeit nicht sichtbar sind; unsere/ Eure liebsten Angehörigen die krank (schwerstkrank) sind und um beinahe jede Unterstützung kämpfen müssen!
Und nein; wer krank ist, spielt das nicht jemandem vor, er ist es tatsächlich!
Wenn Ihr es jetzt noch nicht angegangen seid einen Pflegegrad zu beantragen, (Prozedere s.o.) dann mein dringender Rat, solange noch irgendwas geht: Macht es jetzt!
Ich bin für Euch da und versuche zu unterstützen, gebe Euch meine ganze Erfahrung und Wissen. Ob es reichen wird, kann leider weder ich noch andere die sich für die Erkrankten einsetzen aber auch nicht versprechen.
Ruft gern durch: Tel. 0179 4171 220 oder schreibt auch gern Eure Kommentare zu diesem Thema. Das ist jetzt auch ein emotionaler Post geworden, aber es macht so betroffen, was man jeden Tag sieht.
Eure Daniela












